Geschichte der MHDBDB
- Klaus M. Schmidt wurde 1972 an der Universität Michigan mit seiner Dissertation über die computergestützte Analyse von Ulrichs von Liechtensteins Wortmaterial promoviert. Daraus entstanden die ersten elektronischen Grundlagen des mittelhochdeutschen Begriffswörterbuchs, damals noch auf Lochkarten.
- 1992 wurden zwei Langzeitprojekte zusammengeführt: "Namen in deutschen literarischen Texten des Mittelalters" von Dr. Horst P. Pütz an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und das "Begriffswörterbuch der mittelhochdeutschen Literatur" von Prof. Dr. Klaus M. Schmidt an der Bowling Green State University. Pütz integrierte weitere mittelhochdeutsche Texte und Namens-Annotationen und erweiterte Schmidts Begriffswörterbuch. Das Projekt wurde seit 1992 als "MHDBDB" oder "MHGCDB" bekannt.
- 1995 wurde die MHDBDB erstmals online über das Internet verfügbar gemacht.
- 1998 wurde das System auf eine relationale Datenbank von Oracle übertragen und erhielt eine neue Benutzeroberfläche.
- Von 2002 bis 2004 wurde die MHDBDB an die Paris Lodron Universität Salzburg verlegt und dort weiterentwickelt. Es erfolgte eine Vernetzung der Daten mit größeren Partnerprojekten.
- Im Jahr 2017 wurden Part-of-Speech (PoS) und Lemma-Informationen überarbeitet und im XML-TEI-Format dargestellt.
- 2022 feierte die MHDBDB ihr 50-jähriges Jubiläum.
- 2023 wurde die Alpha-Version der komplett neu strukturierten und migrierten (Graph-)Datenbank veröffentlicht. Es erfolgte eine Vernetzung mit Normdaten und Linked Open Data über das Semantic Web. Die Datenbank wurde gemäß den FAIR-Prinzipien für Open Access freigegeben. Die Typologie wurde auf GitHub veröffentlicht.
Mehr zur Geschichte der MHDBDB:
- Zeppezauer-Wachauer, Katharina (2022): 50 Jahre Mittelhochdeutsche Begriffsdatenbank (MHDBDB). Eine Jubiläums-Zeitreise zwischen Lochkarten, Pixel-Drachen, relationaler Datenbank und Graphdaten, in: Beiträge zur mediävistischen Erzählforschung, Digitale Mediävistik. Perspektiven der Digital Humanities für die Altgermanistik, Themenheft 12, 2022, S. 161–186. [https://doi.org/10.25619/BmE20223203](https://doi.org/10.25619/BmE20223203)
- Hinkelmanns, Peter; Zeppezauer-Wachauer, Katharina. 2021. _Mittelhochdeutsche Begriffsdatenbank (MHDBDB)_. In: KONDE Weißbuch. Hrsg. v. Helmut W. Klug unter Mitarbeit von Selina Galka und Elisabeth Steiner im HRSM Projekt "Kompetenznetzwerk Digitale Edition". Aufgerufen am: 19.7.2023. Handle: hdl.handle.net/11471/562.50.52. PID: o:konde.52
- Zeppezauer-Wachauer, Katharina (2022). Die Mittelhochdeutsche Begriffsdatenbank (MHDBDB): Rückschau auf 50 Jahre digitale Mediävistik. in M. Bender, & J. Katharina (Hrsg.), _Digitales Forschen: Daten - Werkzeuge - Methoden_ (S. 135-141). (Mitteilungen des Deutschen Germanistenverbands; Band 2, Nr. Jg. 69). V&R Unipress. doi.org/10.14220/mdge.2022.69.2.135