Neue vs. alte MHDBDB
Die neue MHDBDB befindet sich aktuell in der Development-Betaphase. Manche Funktionen, insbesondere komplexe Suchen, werden daher noch nicht vollperformant unterstützt. Für solche Fälle ist die alte MHDBDB in der Übergangszeit noch erreichbar.
Nichtsdestotrotz gibt es eine große Menge neuer Features, Vorteile und Verbesserungen:
- Fast alle Werke sind nun im Volltextmodus lesbar, was eine bessere Einordnung von Suchbefehlen in den Kontext ermöglicht. Die MHDBDB kommt damit ihrem Anspruch, ein „Textarchiv vor 1600“ darzustellen, besser nach.
- Fast alle Werke (mit wenigen Ausnahmen neuerer Editionen, die nicht dem editio princeps-Schema unterliegen und bei denen es daher rechtlich nicht möglich ist) und alle hauseigenen Annotationen zu Werken sind zum Download verfügbar.
- Linked Open Data/Semantic Web: Alle MHDBDB-Tokens, Annotationen, Metadaten und dergleichen mehr verfügen über eigene IDs und sind ans Semantic Web angebunden.
- Visuelles Such-/Begriffssystem: Stammuser erinnern sich noch an die sperrigen Zahlencodes der alten MHDBDB. Beispielsweise lieferte der Suchstring „minne & 21111307“ Ergebnisse für das Wort minne mit der Semantik „Getränk“ (also den Minnetrank). Diese Codes gehören der Vergangenheit an, die visuelle Suchmaske ersetzt sie.
- Einfache Suchmöglichkeit nach Wortarten (POS): Wo früher Wortarten nur mit komplizierten Suchstrings gefunden werden konnten („sin & “) gibt es nun eingängige Tickboxen.
- Wortfamilien/Wortbildung: Komposita und Derivate von Wörtern sind nun übersichtlich im Bereich „Lemmata“ ausgewiesen.
- Lemmata mit ähnlichen Begriffsfeldern: Nach dem System „Kund*innen, die sich für dieses Buch interessierten, kauften auch jenes Buch“ haben wir allen Lemmata sog. Assoziationsrelationen mit ähnlichen Begriffsfeldern beigegeben. Beispielsweise ist „mûs“ getaggt mit „Kleinsäuger“ und „Säugetiere“. Dieselbe semantische Kombination weist u.a. auch der „ratz“ auf, der hier nun im mûs-Lemma angezeigt wird und zum weiteren Stöbern anregen soll.
- Die Metadaten des Korpus sind übersichtlich aufbereitet worden. Zugrundeliegende Editionen sind transparent ausgewiesen.
- Linked Open Data (auch) im Bereich der bibliografischen Metadaten: Als weiteren Service wurden Autor*innen- und Werkdaten mit Normdaten aus Wikidata, GND und Handschriftencensus verknüpft. Unter „Werke“ finden sich die Links.
- Lebensdaten der Autorinnen: Bei den „Erweiterten Filtern“ findet sich u.a. ein Zeitregler für Lebensdaten von Autorinnen, wodurch die Suche etwas näher spezifiziert werden kann.
- Neues MHDBDB-Namenssystem: Die Eigennamen wurden aus dem bisherigen semantischen „Begriffssystem“ herausgelöst und in ein eigenes Onomastikon (SKOS) überführt.
- Neues MHDBDB-Begriffssystem: Das namensgebende Begriffssystem, das auf dem System von Rudolf Hallig und Walther von Wartburg (1952) basiert, wurde wurde in Form eines kontrollierten Vokabulars in SKOS realisiert und beinhaltet nun Polyhierarchien (hierarchische Strukturen, in der eine Klasse mehr als eine übergeordnete Klasse haben kann), verschiedene Labels (Synonyme), Sprachen und weitere Anmerkungen.
- Neue MHDBDB-Textreihen-Typologie: Die veralteten 36 „Text types“ wurden aufgegeben. Stattdessen gibt es nun eine komplexes Kategorisierungssystem über Gattungen bzw. Textreihen mit über 600 Einträgen (SKOS). Sie dienen einerseits als Filter, andererseits aber auch als Ordnungssystem in den Metadaten. Mehr dazu unter http://www.mhdbdb.sbg.ac.at/Textreihen.
- MHDBDB-DH-Tools zum Download: Das MHDBDB-Team hat einige Software Tools entwickelt, die gerne nachgenutzt werden können, z.B. ein Tagger Model für Spacy v3, eine mhd. Stopword-Liste, eine XQuery Module API for Transkribus PageXML etc. Alle Tools finden sich unter “About > Tools (Download)”.
- MHDBDB-Zotero Library: Die MHDBDB gibt es bekanntermaßen seit den 1970ern. Entsprechend umfangreich und vielfältig sind die ‚hauseigenen‘ Publikationen und auch jene, wo über die MHDBDB geschrieben bzw. mit ihrer Hilfe geforscht wird. Wir haben versucht, all diese Publikationen zu sammeln und werden in den nächsten Monaten die eigenen Veröffentlichungen soweit als möglich frei verfügbar machen, was besonders für die Wissenschaftsgeschichte der DH von Vorteil sein könnte. Siehe https://www.zotero.org/groups/5043625/mittelhochdeutsche_begriffsdatenbank/library.